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Das Wort Konzept wird hier ordentlich vergewaltigt. Diese Laufzeitverlängerung war eine Unverschämtheit gegenüber allen die jemals gegen Atomkraft auf die Strasse gegangen sind. Nun “denkt” plötzlich eine CDU-Regierung um. In Wirklichkeit tut sie es nicht, aber macht sich zumindest Gedanken wie der Ausstieg finanziert werden kann. Wobei ich mir die Frage stelle, warum nicht gleich so? Aber auch das wird irgendwann müßig. Klar wird eines, auch die Stromindustrie hat sich gefälligst den Verbraucherwünschen zu beugen, wie andere Industriezweige auch (Erinnerung an die Drucker, mit den digitalen Medien wurde ebenfalls eine ganze Industrie zwangsläufig umgeschichtet). Sie haben sich dem jeweiligen Markt anzupassen, zu forschen und dort zu investieren wo es umweltverträglich ist und den Verbraucherwünschen entspricht. Denn die arbeiten und bezahlen für diese Leistungen. Leistungen die marktwirtschaftlich gesehen gar keine sind. Strom ist eines der Grundvorraussetzungen um überhaupt leben und arbeiten zu können, genauso wie Grundnahrungsmittel. Die Konzerne haben bis jetzt davon profitiert das Strom eben nicht von jedermann bereit gestellt werden kann oder jeder diesen selbst im eigenen Garten züchten kann. Aber streng genommen, rein technisch ist das schon lange möglich. Wenn man damit genauso plant und umgeht eben wie mit Grundnahrungsmitteln. Stecker in die Steckdose nur wenn es wirklich nötig ist. Einen guten Teil davon kann man auf dem eigenen Dach produzieren. Auf Jahre gerechnet spart das Tausende Euros jedem Einzelnen. Aber das war und ist auch jetzt noch nicht gewollt. Ein bischen Monopol wollen die Herrschaften sicher noch erhalten. Daher lamentiert man am besten über die Preise. Aber der Strom wäre mitnichten teurer, zumindest nicht in normalen Familienhäusern, wenn der Markt für Inselanlagen und kleinere Stromnetze nicht so lange behindert worden wäre. Das wäre doch mal echte Umverteilung und nicht die volle Patte nur für einige. Ein echter Wohlstand für mittelständische Betriebe in Sachen Energie. Der hätte schon lange eine Chance verdient statt unseren Kindern eine Erde zu hinterlassen die mit verstrahlten Plätzen glänzt. Tschernobyl kostet noch heute 4% vom russischen Bruttosozialprodukt. Dabei sind die Kosten der Folgekrankheiten noch nicht drin. Schön “billiger” Strom war das.
Laut Frau Shavan wird das Energiethema immer stärker präsent. “Es ist uns nicht gelungen die Bürger von unserem Energiekonzept zu überzeugen”. (Quelle Liveticker zdf.de).
Ja, so ist es liebe Frau Shavan und die anderen Betonköpfe die denken sie könnten am Bürger vorbei Politik “verkaufen” statt auf den Willen der Wähler und Bürger zu hören. Der Atomausstieg war Konsens, hart erkämpft und ein guter Kompromis. Ihr habt ihn kaputt gemacht und Euch damit geschadet. Ich hätte Euch auch ohne die Katastrophe in Japan genau deswegen nicht mehr gewählt, egal ob auf Landes- oder auf Bundesebene. Ihr verschachert des Bürgers Meinung und die einzige Erkenntnis ist in dem Sinne wie “wir konnten es nicht gut genug verkaufen”. Das ist keine Politik, das ist plumpe Rethorik. Auch das dümmste Schaf fällt auf sowas nicht mehr rein. Ihr habt versäumt die Umwelt- und Energiepolitik voranzubringen wie es damals vereinbart war und versucht das Terrain der Großkonzerne zu sichern. Endlich habt ihr dafür die Quittung bekommen.
Ein Unglück kommt selten allein, wer kennt das nicht. Mir tun die Japaner wirklich leid. Dieses Volk hat in den letzten Jahrzehnten soviel hinnehmen müssen. Nun erst ein Erdbeben, ein Tsunami und noch die Katastrophe in Fukushima. Das alles innerhalb von einem Tag. Was mich besonders beeindruckt, auch in diesen Unglückzeiten kommt von den Japanern immer noch Anstand und Demut mit den Nachrichten. Wie dieses Volk mit dieser Situtation immer noch mit Geduld ihr Schicksal meistert, meine Hochachtung.
Allein das muß uns, die wir kaum solche Katastrophen (die jährlichen Überschwemmungen nehmen sich dagegen wie Peanuts aus) seit dem 2. Weltkrieg kennen, zur Umkehr der Atompolitik bewegen. Auch in Deutschland gibt es Erdbebengebiete. Es gibt Vulkane die erst nach 450 Jahren wieder aufgebrochen sind. Niemand kann vorhersagen wann und ob es passiert. Aber es ist möglich. Begriffe wie “Restrisiko” darf es im Zusammenhang mit Atomreaktoren nicht mehr geben. Will man sie betreiben müssen sie wirklich sicher sein. Solange das Wort “Restrisiko” in diesem Zusammenhang noch fallen muß, dürfen keine mehr gebaut werden. Es wird schon sehr teuer die bestehenden überhaupt stillzulegen, den Abfall so zu vergraben daß er keinen Schaden mehr anrichtet und die Atommailer zurück zu bauen. Diese Kosten rechnet niemand wirklch dazu wenn er über den ach so billigen Atomstrom spricht. Die 3 Affen müssen bei dem Thema ausgedient haben.
Warum habe ich aber nur das Gefühl das es wie nach Tschernobyl sein wird? Man hats vergessen und das Atomgift weiter verbreitet statt sich Gedanken zu machen wie man Strom ohne Atom gewinnen kann. In grossen Dimensionen. Dabei ist mit Sicherheit nicht unmöglich kleine Stromnetze auf kommunaler Ebene zu bauen und private und öffentliche Netze zu verbinden. Aber diese Gedankengänge sind im Atomstrom wohl schon verstrahlt. Vielleicht kommen diese wenigstens nach dieser Halbwertszeit von Fukushima zurück. Eine Laufzeitverlängerung ist jedenfalls menschenverachtend, abgesehen davon daß ein mühsam errungener Kompromiß zum Atomausstieg einfach weggewischt worden ist. Die Menschen wußten schon warum sie gegen Atomstrom demonstriert haben.
Und gegen Krieg. Ein verrückter Diktator mit einem Atomkraftwerk, auch eine Kombination mit einem nicht kalkulierbarem “Restrisiko”. Risiko bleibt Risiko, kommt wohl drauf an wie gross der “Rest” ist.
Die Diskussion um das Buch eines deutschen Bundesvorstandes der deutschen Bundesbank Thilo Sarrazin ist nur ein Symptom für die ganze Verlogenheit und Doppelmoral die seit Jahrzehnten immer weiter um sich greift. Der Spruch “Filbingger mußte für viele gehen” hat heute noch so seine Relevanz in meinen Augen. Zwar nicht auf dem Hintergrund von einem Nazi-Deutschland, aber auf dem Hintergrund von “Tarnen, Täuschen und Verpi**en”.
Das wird mal eben der Ausstieg aus der Atomernergie einer Lobby geopfert, die schon seit Jahren den Strompreis künstlich hochhält und jedes Jahr erhöht. Da wird so mit Getreide gehandelt, daß arme Länder wieder am Rande einer Hungersnot schlindern, Gorleben wird als sicherer Salzstock gehandelt, obwohl es Gutachten gibt, welche das Gegenteil behaupten. Banken machen aus Gier Geschäfte die kleine Hausbesitzer in den Ruin treiben, der Steuerzahler darf diesen Hochmut und diese Arroganz bezahlen, nur damit einige wenige sich mit Luxusartikeln eindecken können.
Und wie aus dem Hut kommt da ein Sarrazin, der mal eben mit seinen nationalen Thesen ein Fass aufmacht, welches eigentlich genau in diese Schiene paßt. Nimmt man diese Beispiele bezogen auf die Geld- und Atomlobby sind diese durchaus stimmig. Lassen Sie doch den einfachen Bürger die Schuld an vielen Dingen ganz einfach zuweisen. Die armen sind sowieso dumm und die Mittelschicht kann weiter auf die doofen armen runterschauen. Auf irgend etwas muß man ja schliesslich stolz sein, wenn es schon nicht der Atomausstieg oder die gierigen Banken selbst sind.
Wer nun auf die Idee kommt, daß Sarrazin als Bundesbankbeamter, ein wenig von der Geldgierigkeit ablenken will, ist sicherlich nur einfach arm und dumm. Da macht es dann auch keinen Unterschied ob Tot durch Strahlung oder Strahlungsverbrennungen jemanden aus der Mittelschicht oder aus der Unterschicht trifft. Ob die Atom, bzw. Stromkonzerne dann behaupten die Leute hätten sich doch mit der berühmten Aktentasche über dem Kopf davor schützen können? Bezahlen müssen sie diese Schäden dann wohl auch nicht. Ihren Blutzoll haben sie dann schon mit der Atomsteuer gezahlt, oder?
