Artikel-Schlagworte: „frauenbilder“

zu Dingen, von denen Du offensichtlich nichts verstehst.
Worum geht es?
Eva Hermann, ehemalige Tagesschau-Sprecherin und Buchautorin, äußerte sich zu den schrecklichen Ereignissen bei der Duisburger Love-Parade in etwa so:
Die Veranstaltung sei eine Folge der gesellschaftlichen Veränderungen seit 1968, heißt es in dem am Sonntag veröffentlichten Beitrag. „Wer sich betrunken und mit Drogen vollgedröhnt die Kleider vom Leib reißt, wer die letzten Anstandsnormen feiernd und tanzend einstürzen lässt, und wer dafür auch noch von den Trägern der Gesellschaft unterstützt wird, der ist nicht weit vom Abgrund entfernt.“
Die Autorin bezeichnete die Loveparade öffentlich
als „eine riesige Drogen-, Alkohol- und Sexorgie“ bezeichnet. „Wer sich die Bilder der Loveparades aus den zurückliegenden Jahren ansieht, glaubt, in der Verfilmung der letzten Tage gelandet zu sein, wie sie in der Bibel beschrieben werden“.

Welchen Abgrund könnte sie meinen?
Den Abgrund welcher sich auftut, wenn man sich mit der Frauenrolle in Kirche und Gesellschaft beschäftigt?
Den Abgrund von Public Viewings, an denen Millionen dem Fussball-Gott frönen.
Den Abgrund der “68er”, die ja an sovielen Entwicklungen angeblich Schuld sein sollen (Ein Bischof hat da vorgesprescht).
Den Abgrund angeblicher sexueller Ausschweifungen?
Den Abgrund konservativer Schulpolitik die Frauen mit ihren Kindern in die Sozialhilfe drücken, obwohl sie arbeiten wollen?
Es gibt soviele Abgründe konservativer Familien- und Frauenpolitik, daß dafür sicher ein privater Blog wie dieser nicht ausreichen wird.
Aber den schlimmsten Abgrund empfinde ich wenn Frauen ihren Geschlechtsgenossinnen ein Leben vorschreiben wollen.
Ihnen vorschreiben wollen, wie sie sich sexuell zu betätigen haben, ihre Kinder zu erziehen haben, ihr Leben zu meistern haben und ihre mentalen Einstellungen gefälligst der Familie an sich zu widmen haben.
Es scheint sich nicht viel geändert zu haben. Halten wir die wirklichen Stützen von Familie dumm und blöd, dann ist die Welt schon in Ordnung. Sprachrohre der Frauenbilder sind Frauen mit Kindermädchen und intellektuellem Anspruch.
Die wirklichen Heldinnen haben keine Zeit sich um Politik, ihren Beruf und politische Ämter zu kümmern.
Sie erziehen ihre Kinder allein, werden in die Sozialhilfe entlassen weil sie ihre Kinder zu versorgen haben.
Zahlen sprechen eine deutliche Sprache, da braucht man eigentlich keine Parolen.
Fast die Hälfte aller Haushalte sind Single-Haushalte, mit und ohne Kinder. Die mit Kindern sind i.d.R. Frauen.
Fast die Hälfte aller Männer interessiert sich nicht mehr für seine Kinder nach Trennungen, zahlen auch nicht mehr.
Das System läßt es zu, daß sie sich erfolgreich vor Unterhaltszahlungen drücken können.
Verfolgt man diesen Gedanken zu Ende, muß man zu dem Schluß kommen, daß diese Männer für die aussichtslosen Lebenssituationen der Frauen, und somit der Familien, mit verantworlich sind.
Ein Frauenbild wie das von “Eva” wird dieser Situation wohl kaum gerecht. Denn dieses Frauenbild geht davon aus, daß Frauen Opferlämmer sind, die patriachalische Strukturen gefälligst zu ertragen haben, im Namen der Familie.
Im Namen der Familie in die Sozialhilfe, im Namen der Familie ein dummes Opferlamm während der Mann auf Jagd gehen kann, und seine Zeugungen den dummen Weibern überlassen kann. Schliesslich haben sie ja ihren ehelichen Pflichten genügt.

Diese Familienbilder sind überholt, sie werden dem Alltag nicht mehr gerecht.
Es sei denn man hat genug Kohle sich ein Au-Pair, eine Putzfrau und andere Hilfen leisten zu können.
Dazu muß man als Frau u. U. ja nur “richtig” heiraten.
Dann kann man von konservativen Weltbildern völlig ungehemmt Verhaltensregeln ableiten,
und Frauen das Gefühl lassen, oder geben, sie seien eben nur die Zuchtstuten der Nation die sich zu fügen haben.
Adam und Eva lassen grüßen.